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Café Frauenhuber

Die Chronik des Hauses


Bereits 1314 wird hier eine Badestube erwähnt. Zur Tätigkeit des Baders gehörte auch das Haar- und Bartscheren, die Massage, das Schröpfen (Blut ansaugen), Aderlassen usw.
Als Handwerkszeichen diente ein an einer Stange befestigtes Rasierbecken. Später kamen noch chirurgische Tätigkeiten hinzu.
Die Badestube bei der Himmelpforten war zeitweilig im Besitz der Abtei Heiligenkreuz und des Schottenstiftes, sie stand auch im Grundbuch des Spitalamtes und dürfte um 1720 aufgelassen worden sein.

Wahrscheinlich geschah dies, als man an die Stelle des alten Hauses, das gegenwärtige vier Stock hohe, schöne Barockhaus errichtete.
Es ist in der Kunsttopographie als ehemals Bachersches Haus bezeichnet, die Erbauung wird zwischen 1683 und 1769 angegeben.

1795 erwarb der Ungar Franz Jahn das Gebäude, in welchem er schon vorher ein Stadtetablissement betrieben hatte.
Kaiserin Maria Theresia hatte ihm schon als 28 jährigen in Schönbrunn die Traiteurstelle (Großküche) übertragen.
Sohn Joseph II. verlegte die Residenz in den Augarten (Schönbrunnfenster ließ er mit Brettern verschlagen) und gab den Volksgarten 1775 zum öffentlichen Besuch frei.
Die von Mozart 1782 im Augarten ins Leben gerufenen Morgenkonzerte lockten vor allem die bessere Gesellschaft an, diese wurde bis in den Nachmittag bewirtet.
Die Anerkennung die sich Jahn dort erworben hatte, übertrug sich auch in die Himmelpfortgasse.

Es dürfte auch kaum ein Restaurant in der Welt geben, das sich rühmen kann, dass einst in seinen Räumen den Gästen Tafelmusik von Wolfgang Amadeus Mozart
und Ludwig van Beethoven persönlich vorgespielt wurde, wie dies im November 1788 geschah.
Mozart trat hier zum letzten Mal am 4. März 1791 öffentlich als Pianist auf ( KV 595).
Beethoven brachte sein "Quintett für Fortepiano mit vier blasenden Hörnern" am 6. April hier zur Aufführung.

Berühmt waren die "Privat-Piqueniques", bei denen die Hauskapelle in roten Uniformen und goldenen Borten aufspielte.
Es wurden auch Kinder- und Wohltätigkeitsveranstaltungen abgehalten.

Der deutsche Prof. August Wilhelm Schlegel, der sich besonders als Shakespeare Übersetzer einen Namen gemacht hatte, hielt im April 1808 hier 15 Vorlesungen.

Jahns Sohn Franz verkaufte 1812 das Haus. Um 1870 führte es den Schildnamen "Zum Hopfenstock". 1877 wurde es renoviert und Bürohaus einer Wiener Versicherungsanstalt.
Vom Staat angekauft zog ein Teil des Finanzministeriums ein, welches im benachbarten Palais von Prinz Eugen v. Savoyen seinen Sitz hatte.

Im Haus befindet sich seit 1891 das Cafe Frauenhuber, das seinen vorzüglichen Ruf schon in der Monarchie besaß und heute zu den etablierten Kaffeehäusern der Stadt gehört.

Die Chronik des Kaffeehauses

Ein beliebtes Kaffeehaus war das des Alois Hänisch, das sich bis 1824 noch auf dem alten Fleischmarkt befand und wo man immer einen "pfiffigen Diskurs" fand.
Am 28. Oktober 1824 übersiedelte Hänisch in die Himmelpfortgasse Nr. 965 (heute Nr.6),wo er namentlich durch ein Kaffeehausschild auffiel.

Er hatte sich um 1827 die Türbalken mit zwei Figuren in Lebensgröße durch den Historienmaler Erasmus Engerth verschönern lassen,
deren eine angeblich keinen anderen als den ersten Kaffeesieder Kolschitzky vorstellte, wahrscheinlich nach dem Original im Besitz der Kaffeesiedergenossenschaft.
Das Kaffeehaus genoss den Ruf, eines der ruhigsten und solidesten zu sein, insofern sich dort viele in den Ruhestand versetzte Militärs und Beamte versammelten.
Man fand daselbst auch vorzügliche Schach- und Whistpartien und zur Zeit des Karnevals einen köstlichen Eierpunsch, der bisweilen ein lauteres Leben hervorrief.
Das Kaffeehaus gelangte 1840 in den Besitz eines Herrn Kasimir, später um 1849 in den Besitz eines Herrn Anton Sagorz, der es um diese Zeit durch Johann Zizula umgestalten und verschönern ließ.

Das Kaffeehaus hat sich rühmlich als Kaffeehaus Herzog, zuletzt ab 1891 als Cafe Frauenhuber bis auf unsere Tage erhalten.


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