Sehenswürdigkeiten

Gumpoldskirchen


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Kirche und Schloss

Der Komplex, die Pfarrkirche St.Michael und das Schloss des Deutschen Ordens, erhebt sich an der Stelle einer babenbergischen Burgkirchenanlage.
Das Schloss war bis zum Umbau im Jahre 1931 ein trutziger Vierkanter mit Ecktürmen und einem rechteckigen Innenhof (Kern aus dem 14. und 15. Jhd.!)
Durch die Erhöhung um ein Stockwerk und die Neugestaltung der Fassaden wirkt es heute weniger wehrhaft.
An der Bergseite stehen noch die mittelalterlichen Wehrmauern mit einem halbrunden Turm.
Der jetzige Wehrgraben vor der Kirche wurde 1537 unter dem Eindruck des Türkeneinfalles von 1529 angelegt.
Ursprünglich erstreckte er sich auch vor der Ostseite des Schlosses. Innerhalb des Grabens befand sich der Friedhof.
Der Zugang zu ihm war durch ein Tor an der Brücke abgesichert. Auf dem Brückengeländer steht eine barocke Statue des Hl. Johannes Nepomuk,
sowie ein gotisches Ölbergrelief, links vor der Brücke, Sandstein um 1430.
Die Pfarrkirche zum Hl. Michael repräsentiert in harmonischen Formen den landläufigen Typus der gotischen Hallenkirchen mit drei gleich hohen Schiffen.
Der Baubeginn und der Abschluss der Arbeiten lassen sich nicht exakt ermitteln. Beide fallen wohl in die erste Hälfte des 15.Jhd.
Der Turm, dessen Untergeschoss einst offen war, scheint an die bereits vollendete Kirche angebaut worden zu sein.

Rathaus

Der bürgerliche Renaissance-Bau wurde auf Initiative des Marktrichters Mang Kharner und vom ortsansässigen Maurermeister Anton Preiner erbaut.
Preiner schuf einen Repräsentationsbau, der mit den Bogenstellungen der Arkaden seine ganze, fast unbeschwerte Schönheit nach außen hin darbietet -
man findet mehrstöckige Arkaden nur in den Höfen von Klöstern und Schlössern.
Typisch nordisch am Rathaus ist der ungemein kühn angesetzte Turm. Das Turmmotiv findet sich überall bei den zeitgenössischen Rathäusern Deutschlands.
Es manifestiert das Selbstwertgefühl des aufstrebenden Bürgertums gegenüber kirchlichen Ansprüchen.
Besichtigung der herrlichen Pfeilerhalle im ersten Stock ist während der Amtsstunden möglich.

Pranger

Der Pranger, unmittelbar an der Südostecke des Rathauses, wurde 1563 (Jahreszahl eingemeißelt) aufgerichtet.
Die Pranger, zumeist noch immer falsch beurteilt, waren nicht nur Schandpfähle, an denen Übeltäter zur Strafe festgekettet wurden,
sondern waren darüber hinaus Sinnbilder des Marktrechtes und Kennzeichnung des Ortsmittelpunktes.

Freigut Thallern

Thallerns überregionale Bekanntheit beruht nicht nur auf dem vorzüglichen Ruf seiner Gaststätte und seiner Kellereien.
Im turmgekrönten Hauptbau befindet sich eine spätgotische Kapelle mit einem berühmten Altar aus der Barockzeit.
Sein Schöpfer ist vermutlich der Heiligenkreuzer Bildhauer Giovanni Giuliani oder einer seiner besten Mitarbeiter (18.Jhd.)



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