Geschichte von Heiligenkreuz bis zum Jahr 1945





Helenenstüberl
Kuschel-Hotel- ZEMAN-Helenenstüberl ***
Alland im Wienerwald
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Wir sorgen für das Romantische Ambiente, sowohl in unseren Zimmern, im Saunabereich als auch in unserem Restaurant, wo wir Sie gerne mit Köstlichkeiten aus unserer Küche verwöhnen.
Kuschelhotel Zemann - kuscheln im Wienerwald mit Phantasie und einem Hauch von Erotik.

Die Geschichte der Gemeinde Heiligenkreuz ist untrennbar mit der Geschichte des Klosters Heiligenkreuz verbunden. Das Stift entstand inmitten eines großen Waldgebietes.
Die Ortschaft entwickelte sich erst später. Mehr als hundert Jahre nach der Entstehung der Mark "ostarrichi" regierte diese ein genialer Herrscher, der Markgraf Leopold III., "der Heilige", aus dem Geschlecht der Babenberger.
Er verwaltete sein Territorium erfolgreich nach modernen Methoden. Einer seiner Söhne ,Otto, wurde von ihm nach Paris geschickt, um dort eine internationale Ausbildung zu erhalten.
Während dieser Zeit, in den zwanziger Jahren des 12. Jahrhunderts, hat sich der Zisterzienserorden dynamisch entwickelt. Otto trat in das Tochterkloster von Citeaux (lateinisch Cistercium) Morimond (Burgund) ein.
Otto wurde Abt seines Klosters Morimond und später Bischof von Freising.

Auf Anregung seines Sohnes Otto hat Markgraf Leopold III. im Jahr 1133 Zisterziensermönche aus dem Kloster Morimond (Frankreich) in das Sattelbachtal berufen.
Das Motiv für die Gründung des Klosters war ein spiritueller, ein Haus des Mönchtums und des Gebetes zu schaffen.
Darüber hinaus sollte aber auch ein Musterbetrieb geschaffen werden, bei dem die modernen Techniken vor allem auf dem Gebiet der Landwirtschaft, der Forstwirtschaft, der Fischzucht, des Weinbaues
sowie des Handwerkes zur Anwendung kommen sollten; eine strukturpolitische Maßnahme des Markgrafen an der noch offenen, beweglichen Ostgrenze. Hinzu kam noch die Absicht, seiner Dynastie eine Grablege zu geben.

In der Stiftungsurkunde von 1136 ist das Land festgelegt, das dem Kloster vom Landesherrn gegeben wurde: Vom Zusammenfluss des Sattelbaches und der Schwechat bis Mayerling.
In Richtung des sogenannten Mühlweges bis zum Priefamtann und von dort bis zu dem Ort, der Hausruck heißt.
Von da wieder auf dem genannten Weg bis zum Sattelbach und von da zu einer Anhöhe namens Hocheck und von da über den Dornbach auf die Schneide des Berges,
der Gaisruck heißt und von da auf den Sittendorfer Waldweg bis zum Ursprung des Bächleins mit dem Namen Marbach, von da auf dem Wege, der zum Traiskirchner Weg führt bis zur Vereinigungsstelle
und von da bis zu einer Quelle, die in einem Ort namens Muchersdorf entspringt, von da auf den Ebenberg und von da auf dem Weg (Heutal abwärts), der zum Sattelbach hinab führt und flussabwärts bis zum Zusammenfluss der Schwechat.
Es sind dann die Ritter der Umgebung, die gemeinsam die beschriebenen Grenzen abritten, in der Stiftungsurkunde als Zeugen angeführt:

Graf Konrad von Peilstein, Otto von Lengenbach, Rapoto von Nöstach, Sterfrit von Pötzleinsdorf, Otto von Leesdorf, Ulrich von Gaaden, Ulrich von Siegenfeld, Rudiger und sein Bruder, Rupert von Sittendorf,
Anshalm von Sparbach, Eberger von Alland, Hartung von Rauheneck, Jubot von Tribuswinkel, Ozo und Otfried von Mayerling, Hartwig.

Das beschriebene Gebiet ist im wesentlichen das Gebiet der heutigen Gemeinde Heiligenkreuz, zu dem auch die Ortsrotte Preinsfeld gehört.
Der Stifter erwarb zwischen 1133 und 1135 von Anselm von Lachsendorf das Gut Brunsfelde (Preinsfeld) für das Stift. Pater Malachias Koll erwähnt in seiner Schrift 1834 diesen Kauf und berichtet weiter:
"Die Ortschaft besteht aus 15 Häusern, die Einwohner leben großteils von der Landwirtschaft, erwähnenswert ist der Verkauf von Gips besonderer Güte.

Mit dieser ersten Schenkung war die wirtschaftliche Basis zu schwach und die Mönche wollten nach Ungarn weiterziehen, um nicht Hunger zu leiden.
Sie erhielten deshalb als Kornkammer Trumau und weiter das Gut Thallern, "um den Brüdern in Krankheit zur Stärkung Wein geben zu können".

Aus bescheidenen Anfängen entwickelte sich das Stift Heiligenkreuz im Wienerwald.
In der Seelsorge, genauso aber in wirtschaftlicher Hinsicht, brachten die Mönche kräftige Impulse. In der Land- und Forstwirtschaft, besonders aber im Handwerk,
führten die Zisterzienser neue Bearbeitungs- und Fertigungsmethoden ein. Ihre Produkte, die auch auf den Märkten in Wien feilgeboten wurden, erfreuten sich wegen ihrer ausgezeichneten Qualität großer Nachfrage.
Im Stift wurden alle damals üblichen Handwerke ausgeübt, fast alle Mönche waren manuell tätig und oft Meister ihres Faches.
Heute würde man solches Wirken als Entwicklungshilfe bezeichnen.
Die Mönche bemühten sich, der alten benediktinischen Ordensregel "ora et labora" gerecht zu werden.
 

Die Klosteranlage stammt zum Teil aus dem Mittelalter: Das romanische Langhaus der Stiftskirche wurde schon 1187 eingeweiht, der gotische Hallenchor 1295.
Der Kreuzgang mit Kapitelsaal, Fraterie, Dormitorium und Brunnenhaus ist im 13. Jahrhundert entstanden ( romanisch- gotisch ).

Außenanlagen, Türme, Pestsäule, Josefsbrunnen, Kreuzweg, Bibliothek und Sakristei gehen auf das 17. und 18 Jahrhundert zurück.
 

Herzog Leopold V. von Österreich unternahm im 1182 seine 1. Pilgerreise nach Jerusalem und brachte bei seiner Rückkehr ein großes Stück des heiligen Kreuzes mit.
Diese Kreuzreliquie wurde im Jahr 1188 vom Herzog an das Kloster übergeben, wo sie bis heute aufbewahrt und verehrt wird.
Herzog Leopold V., der 1192 (nach Teilnahme am 3.Kreuzzug) den König Richard I., Löwenherz, von England gefangengenommen und gegen ein enormes Lösegeld freigelassen hat,
wurde im Stift Heiligenkreuz beigesetzt. Im Kapitelsaal des Stiftes sind 13 Mitglieder dieses Herrschergeschlechtes und 2 Habsburger begraben, in der Mitte unter einer figuralen Grabplatte der letzte Babenberger,
der 1246 im Kampf gegen die Madjaren gefallene Herzog Friedrich II., der Streitbare. Er hat 1230 mit seinem Wappen - den rotweissroten Bindenschild - die österreichischen Landesfarben eingeführt.

Auf dem Hradschin, dem Hügel hinter Gemeindehaus und Volksschule, soll sich ein Gästehaus für König Ottokar von Böhmen befunden haben, der öfter hier zur Jagd war.
Ihm zu Ehren oder zum Gedenken mag der Name Hradschin entstanden sein. Außerdem besitzt der Hügel eine große Ähnlichkeit mit dem wirklichen Hradschin in Prag.
Der heutige Wirtschaftstrakt des Stiftes und der Bauhof der Gemeinde wurden unter Verwendung der mittelalterlichen Mauern errichtet.
Viele gekrönte Häupter und maßgebende Persönlichkeiten weilten im Laufe der Jahrhunderte in Heiligenkreuz. Im Stift wurden für derartige Besuche im 17. Jahrhundert Kaiserzimmer eingerichtet.
Kaiser Leopold I. war der erste Gast, der von Abt Klemens in den neuen Kaiserzimmern aufgenommen wurde (1662).


Am 30. Jänner 1889 ereignete sich das "Drama von Mayerling" (Gemeinde Alland), bei dem Kronprinz Rudolf und seine Todesgefährtin Mary Freiin v. Vetsera aus dem Leben schieden.
Um ein Aufsehen zu verhindern, wurde angeordnet, den Leichnam von Mary Vetsera in aller Stille am Ortsfriedhof des Klosters Heiligenkreuz beizusetzen.
Die Mutter von Mary berichtet darüber: Die Beistellung des Wagens wurde dem Grafen überlassen, doch wurde ihm bedeutet,
dass es selbstverständlich kein Leichenwagen sein dürfe und er die weiteren Befehle von der politischen Behörde, die bereits verständigt sei, erhalten werde. -
So wurde die Leiche der Baronesse Mary in den Fonds des Wagens halb liegend gesetzt und musste - die Feder sträubt sich dies zu schreiben - im Wagen,
auf dessen rückwärtigen Sitzen die beiden Verwandten Platz genommen hatten, halb sitzend in tiefer finsterer Nacht nach Heiligenkreuz überführt werden.
Mary wurde am Ortsfriedhof ungefähr 20 Meter von der Totenkammer an der Mauer, in der sich das Eingangstor befindet, beigesetzt.
Auf Veranlassung der Familie wurde am 16. Mai 1889 der provisorische Sarg mit dem Leichnam Mary Vetseras in einen Kupfersarg gelegt und in eine neu erbaute Gruft umgebettet.

In den Apriltagen des Jahres 1945 war Heiligenkreuz Kriegsschauplatz. Sowjetische Geschützbatterien bezogen Stellung beim hochgelegenen Friedhof und beschossen Alland.
Während dieser Zeit wurden die Grüfte des Friedhofs aufgebrochen und offensichtlich nach Schmuck durchsucht. Auch die Gruft der Baronesse wurde aufgebrochen und der Kupfersarg aufgeschlitzt.
 

Früher gab es im stiftlichen Konvikt Sängerknaben, die durch ihren Gesang feierliche Gottesdienste verschönten.

Bis zum 2.Weltkrieg sorgte ein engagierter Theaterverein mit ausgezeichneten Kräften aus Kreisen der Bevölkerung für gute Unterhaltung.
Zum 800jährigen Klosterjubiläum gab es 1935 Festspiele (20.000 Besucher), sowie 1937.


Während des 2. Weltkrieges wurden die Glocken des Kirchenturmes und Motorräder als Rohmaterial zur Herstellung von Waffen beschlagnahmt.
Als Anzahlung für einen Volkswagen wurden 1000 Reichsmark kassiert. Die Lieferung der Autos sollte nach dem Krieg erfolgen.
Das Geld wurde aber missbräuchlich für Rüstungszwecke verwendet.
Fast jedes Gewerbe war in unserem Ort sesshaft: 3 Greissler, 1 Kaffeehaus, 3 Gasthäuser, Wagnerei, Schmiede, Schuster, Schneider, Fleischhauer, Devotionalien, Fassbinder, Bäcker, Hebamme.
Kurz bevor die Kriegsfront anrückte (3.April 1945) wurden von der Wehrmacht die zwei Sattelbachbrücken gesprengt.
Vom Volkssturm wurden Straßensperren durch Baumstämme errichtet. Auch wurden im großen Stifts- u. Weinkeller alle Fässer entleert, um Alkoholexzesse der Soldaten zu vermeiden.
Ein Teil der Bevölkerung flüchtete in den Wald beim Einsiedler-Kreuz, andere suchten Schutz im Stift, etliche blieben in ihren Häusern und nur wenige flüchteten in den Westen Österreichs.
Jede Familie hatte Tote zu beklagen durch den schrecklichen Krieg.
 

Die seit 1876 existierende Feuerwehr Heiligenkreuz wurde während der Kriegsjahre durch Frauen verstärkt, da die meisten Männer eingerückt waren.

Auf der Anhöhe zwischen Schwechat und Sattelbach lag einst die Burg des Hademar von Schwöchand (gest. 1299). Ab 1777 wurden Steinkohlen in Stollen am Schaberriegel abgebaut.
Nach dem Austritt von Schwefelwasser beim Stollenvortrieb wurde der Kohlenbergbau auf Betreiben Badens endgültig eingestellt.
Die vom Steinbruch am Ungarstein stammenden Kalksteine (Dolomit) wurden von den Kalkbrennern in mehreren Kalköfen gebrannt und als Stückkalk bis nach Wien verkauft.


Die Gemeinde Siegenfeld besteht aus den Ortsrotten Rosental, Helenental und Krainerhüttensiedlung und ist vermutlich 1040 entstanden.
Siegenfeld wird 1166 von Herzog Heinrich den II."Jasomirgott" der Zisterze geschenkt und im ausgesiedelten Dorf eine Grangie (Gutshof) errichtet.
Ab 1388 besteht ein Klosterdorf mit 10 zinspflichtigen Lehen, die über 1683 hinaus erhalten bleiben.
1414 erbaut der Arzt und Konverse Hans eine Kapelle zu Ehren des heiligen Ulrich von Augsburg, die Vorgängerin der heutigen Filialkirche. Pater Kilian Dienstbier errichtete 1734 die Kirche St. Ulrich in der heute noch bestehenden Form.

Am 3. August 1891 wurde zur konstituierenden Hauptversammlung zwecks Gründung einer Feuerwehr eingeladen. Viele Siegenfelder meldeten sich freiwillig zu diesem Dienst.

Die Geschichte seit 1945

Die Jahre nach dem 2.Weltkrieg waren vom Wiederaufbau gekennzeichnet. Vieles, was zerstört oder beschädigt worden war, konnte mit zum Teil bescheidenen Mitteln, wieder instandgesetzt werden.

Eine ganze Reihe von Familien aus dem nördlichen Nachbarland aus dem Gebiet von Mähren fand im Stift Unterkunft und Arbeit.
Nicht zuletzt durch die günstige Lage wie die Nähe zu Wien zogen und ziehen neue Bewohner hierher. Zum Teil suchen sie in der Stadtnähe einen ruhigen Wohnsitz am Land und zum andern kommen sie aus einem Gebiet mit geringer Infrastruktur. Das Pendlerwesen nach Wien nimmt seit 1945 immer mehr zu.


1975 wurde ein neu errichteter Kindergarten eingeweiht, 1994 ein abermals neuer, größerer. Aus der 8stufigen Volksschule mit Abteilungsunterricht wurde eine vierklassige Schule.
Einige Gasthäuser, Handwerksbetriebe und Geschäfte wurden in den Jahren nach dem Krieg geschlossen.

Die Kirchenglocken wurden vom Hitlerregime zur Herstellung der Rüstung beschlagnahmt.
Im Jahre 1956 wurden in St. Florian in O™. vier neue Glocken gegossen, wobei sogar einige Bewohner von Heiligenkreuz anwesend waren.
Die Glockenweihe im Stiftshof war ein großes Fest. Nachdem sie am Turm emporgezogen waren, fühlten sich alle glücklich über das neue Geläute, das Frieden verkündete.

Aus der großen Gebäudeanlage des Meierhofes, in dem bis zu 60 Kühe, Ochsen, Pferde, Schweine und Hühner untergebracht waren, errichtete das Stift die heutige Form der Hochschule (Philosophisch-Theologische Hochschule).
Früher wohnten hier die Gutsverwalter, Schweizer, Melker und landwirtschaftliche Arbeiter.


Im Zuge des wachsenden Wohlstandes hat der Fremdenverkehr stark zugenommen. Besonders das alte Stift und das Vetsera-Grab werden von vielen Touristen besucht.

Heiligenkreuz ist ein Wallfahrtsort und liegt an der Via Sacra - der alten Wallfahrerstraße Wien - Mariazell. Ab Ostern pilgern viele Wallfahrer durch unseren Ort.


1960 wurde mit dem Bau einer Ortswasserleitung begonnen. Bis zu diesem Zeitpunkt erfolgte die Wasserversorgung durch Hausbrunnen bzw. eine alte, baufällige Privatwasserleitung des Stiftes Heiligenkreuz.
Das heutige Wasserversorgungsnetz weist alleine 7 Hochbehälter auf, die ebenfalls täglich einer Kontrolle durch den Wassermeister unterzogen werden.
Sämtliche Ortsrotten des weit verstreuten Siedlungsgebietes können mit einwandfreiem, nicht chloriertem Wasser versorgt werden. Das Wasser weist einen durchschnittlichen Härtegrad von 18 auf.
Der Nitratgehalt ist eher gering einzustufen. Im Falle eines Gebrechens in der KG. Heiligenkreuz könnte auf eine Notversorgung über den Tristingtaler Wasserleitungsverband zurückgegriffen werden.
 

Das Projekt "Kanalisation Heiligenkreuz" wurde von der Abteilung B/4 der N™. Landesregierung im September 1963 erstellt. Mit dem Bauvorhaben wurde am 12. Dezember 1966 begonnen und am 2. August 1968 fertiggestellt.

Am 17. Oktober 1977 wurde mit dem Bau der Abwasserbeseitigungsanlage Siegenfeld begonnen und am 30.Mai 1984 erfolgte die Bauvollendung.
Durch den Klärwärter der Gemeinde Heiligenkreuz werden die Anlagen täglich kontrolliert und gewartet. Einmal jährlich findet eine Überprüfung der Anlage durch die Aufsichtsbehörde statt.
Der erzielte Reinigungsgehalt der Anlage liegt knapp über 90%.


Im Jahr 1982 wurde die Autobahn A 21 dem Verkehr übergeben, die sich am Südhang des Klosterberges befindet.
Einerseits bewirkt diese Autobahn ein rasches Erreichen der Bundeshauptstadt, andererseits ist damit eine wesentliche Umweltbelastung verbunden.
Am nördlichen Autobahnparkplatz wurde ein 10 m hohes Kreuz aus zusammengeschweißten Leitschienen errichtet.
Am Sockel ist auf einer Tafel folgende Inschrift zu lesen: "All denen, die in Not sind"
Der Parkplatz mit der Gedenkstätte soll nicht nur der Erholung von Körper und Motor dienen, sondern darüber hinaus auch der Seele Regeneration bieten.

Nach einem aufsehenerregenden Grabraub wurde das Grab von Mary Freiin Vetsera am 22. Dezember 1992, im Beisein des Fernsehens und der Presse, amtlich geöffnet und leer aufgefunden.
Ein Linzer Möbelhändler namens Helmut Flatzelsteiner glaubte, die Affäre von Mayerling auf seine Weise klären zu müssen.
Er öffnete bei Nacht und Nebel die Gruft der Baronesse Vetsera, stahl deren Gebeine und ließ sie von Gerichtsmedizinern und anderen Gutachtern untersuchen.
Durch die internationale Berichterstattung ging die Meldung vom Raub der Gebeine der Baronesse Mary Vetsera um die Welt.
Nach gerichtsmedizinischen Untersuchungen der sterblichen Überreste wurden diese am 28. Oktober 1993 wieder beigesetzt.
Um die Würde der Feier vor jeder Sensationslüsternheit zu schützen, wurde die Beisetzung geheim, im Morgengrauen, durchgeführt.
Der hochwürdigste Herr Abt Gerhard Hradil nahm persönlich die Einsegnung vor. Die Gruft wurde mit Erde zugeschüttet, um einer neuerlichen Schändung vorzubeugen.

Geschichtliche Funde

Höhensiedlung Burgstall

Die urzeitliche Höhensiedlung, die den bezeichnenden Flurnamen Burgstall trägt, liegt oberhalb der Cholera-Kapelle im Helenental.
Die heute von Kiefern bestandene, Marienwiese genannte, Siedlungsfläche ist an ihrer Süd- und Südwestseite durch den Steilabfall zur Schwechat natürlich geschützt.
An den übrigen Seiten wird sie durch etwa bogenförmig verlaufende Felskämme, die zum Siedlungsplateau hin flacher als an den Außenseiten abfallen, umgeben.
Diese sind an ihren flachen Stellen künstlich überhöht und teilweise durch Wallanlagen ergänzt, sodass die gesamte Siedlungsfläche von ihrer Umgebung abgeriegelt wurde.
Eine eingehende wissenschaftliche Untersuchung der befestigten Siedlung fehlt bislang, doch wurden 1988 von Raubgräbern insgesamt 120 kg Rohkupferfladen zutage gefördert, sodass an urnenfelderzeitliches Alter zu denken ist.
Die im Siedlungsareal auftretenden Keramikfragmente bestätigen diese Annahme.

Einige römische Münzen aus der 2. Hälfte des 4. Jahrhunderts deuten auf Wiederbenützung oder Begehung des Areals in den Spätantike hin.
Der Burgstall bei der Cholera-Kapelle gehört zu einer Gruppe teilweise befestigter urzeitlicher Höhensiedlungen im südlichen Wienerwald, wie der Buchberg bei Alland oder die Hildegarden-Ruhe bei der Ruine Raueneck,
deren Bedeutung u.a. auf die Verarbeitung von Buntmetall zurückzuführen sein dürfte.

Der Höhensiedlung (Burgstall) wurde geschichtliche und kulturelle Bedeutung beigemessen. Sie wurde daher unter Denkmalschutz gestellt.

Historische Bauten und Denkmäler

Bauten

Stift Heiligenkreuz: Zweitältestes Zisterzienserstift (1133) Österreichs mit Babenberger-Grabstätte, Stiftskirche mit romanischem Langhaus, hochgotischem Hallenchor mit z. T. originalen Glasfenstern,
barockem Chorgestühl von Giuliani, Altarblättern von Rottmayr, spätromanisch-frühgotischer Kreuzgang, Kapitelsaal mit Babenbergergrablege, Brunnenhaus mit farbenprächtigen Glasfenstern und Bleibrunnen,
Bernhardikapelle. Kreuzweg: Barocker Kreuzweg mit Werken von Giuliani und seinen Schülern.
Waldfriedhof mit Grab Mary Vetseras.

Natursehenswürdigkeiten

Josefsbrunnen

Den barocken Brunnen umgeben fünf mächtige Platanen, die 1828 (3) und 1848 (2) gepflanzt wurden.

Kreuzweg

Allee mit alten Winterlinden und Kastanien, gepflanzt 1748.

Winterlinde

Die auf dem Grundstück Heiligenkreuz Nr. 22 stehende Winterlinde wurde als Naturdenkmal erklärt. Die Winterlinde weist zur Zeit einen Stammumfang von 4,0m, gemessen in Brusthöhe, auf.
Sie ist über 200 Jahre alt und hat weitausladende kräftige Äste und eine dichte Belaubung. Die Linde ist als gesund und vital zu bezeichnen.

Sommerlinden

Auf dem Grundstück des Herrn Josef Dietmann (Hotel Krainerhütte) befinden sich 2 Sommerlinden, die behördlich zu Naturdenkmälern erklärt wurden.
Die Bäume wurden wegen ihres besonders schönen geraden Stammes, ihres Gesundheitszustandes und ihres Alters von ca. 150 Jahren sowie wegen ihres Standortes in der Nähe des Hotels Krainerhütte
als gestaltendes Element des Landschaftsbildes angesehen.

Ungarstein

Der markante Felsriegel des Ungarsteines beherrscht als überragender Punkt das romantische Helenental von der Krainerhütte bis Mayerling.
Immer wieder springt seine scharfe Kulisse über das sanft gewachsene Tal heraus.

Bedeutende Persönlichkeiten: Karl Braunstorfer: Neben seinem erfolgreichen Wirken als Prior und 24 Jahre hindurch auch als Abt des Stiftes Heiligenkreuz wird über ihn folgende Begebenheit erzählt:
1945 schützte der damalige Prior P. Karl, Frauen, Kinder und alte Leute im Keller des Klosters vor einer etwaigen Erstürmung durch die Soldaten.
Durch seine Entschlossenheit und seinen Mut hat er vielen Heiligenkreuzern das Leben gerettet.
1965 wurde Abt Karl vom Staatsoberhaupt mit dem großen Silbernen Ehrenzeichen für Verdienste um die Republik Österreich ausgezeichnet.
Abt Karl Braunstorfer starb am 20.September 1978 in Heiligenkreuz.

Einrichtungen der Gemeinde

Heiligenkreuz weist auch heute eine relativ dichte Infrastruktur auf:
Im Ort befindet sich das Gemeindeamt, das Postamt, ein Gemeindearzt, ein Zahnarzt, ein Sportplatz, ein Kinderspielplatz, ein Lebensmittelgeschäft, eine Trafik, eine Bank,
das Stiftsgasthaus, der Klosterladen und die Tankstelle. Am Nordwest-Rand der Ortschaft wird vom Kloster ein modernes Sägewerk betrieben.
Leute aus Heiligenkreuz und Umgebung sind auch hier beschäftigt. Die Volksschule wird vierklassig geführt und zählt zwischen 55 und 65 Schüler.
Eine Philosophisch-Theologische Hochschule befindet sich im ehemaligen Meierhof.
Beliebte Ausflugsziele sind das Stift mit seinen mittelalterlichen Klosteranlagen, die Stiftsgaststätten, die Meierei Füllenberg, das Hotel Krainerhütte am Fuße des Hohen Lindkogels,
die Cholerakapelle, das Helenenstüberl, das Gasthaus Kerschbaum, das Wegerl im Helenental, die Wander- und Spazierwege des Wienerwaldes,
sowie das Grab der Baronesse Mary Vetsera.
In Siegenfeld werden außerdem eine Bäckerei, ein Gasthaus und ein Mostheuriger betrieben. Viele Bildbäume, Wegkreuze, Bildstöcke und Kapellen bereichern die Gemeinde.



Anfahrtsroute