

A-2371 Hinterbrühl bei Wien
AUSTRIA
Europas größter unterirdischer See
Eine gewaltige Naturkatastrophe ist "schuld" daran, dass das südliche
Niederösterreich heute eines der eindrucksvollsten Naturdenkmäler der Welt
beherbergt: die "SEEGROTTE" in der Hinterbrühl. Es war im Jahre 1912, als
nach einer Sprengung im damaligen Gipsbergwerk Hinterbrühl mehr als 20
Millionen Liter Wasser mit ungeheurer Wucht in die Gänge und Stollen
strömten. Durch den Einbruch des Wassers hat sich ein riesiger See gebildet,
der heute der größte unterirdische See Europas ist.
Jahrelang blieb das nach der Katastrophe stillgelegte Bergwerk geschlossen.
Bis ein Team von internationalen HÖhlenforschern in den 30er Jahren das
einmalige Naturspektakel unter Tag entdeckte. Die begeisterten Fachleute
ergriffen die Initiative, um diese Sehenwürdigkeit der Öffentlichkeit als
"Schaubergwerk" zugängig zu machen.
Von Anfang an erwies sich die "SEEGROTTE" als Touristenattraktion ersten
Ranges. Mehr als zehn Millionen Menschen besuchten das ehemalige Bergwerk
seither, allein im Vorjahr kamen rund 250.000 Interessenten aus aller Welt.
Während des Zweiten Weltkrieges wurde die "SEEGROTTE" beschlagnahmt. Da die
unterirdische Anlage größtmöglichen Schutz vor Bombardierung bot,
errichteten die staatlichen Heinkel-Werke in den ausgedehnten Gängen der
"SEEGROTTE" eine Flugzeugfabrikation. 2.000 Arbeiter waren hier beschäftigt,
und hier wurde auch der erste Düsenjäger der Welt produziert. (Ein Modell
und Teile der HE 162 sind in der "SEEGROTTE" ausgestellt.) Nach dem Krieg
wurde die "SEEGROTTE" wiedereröffnet.
Führungen finden ganzjährig täglich (in mehreren Sprachen)statt; inklusive
einer romantischen Motorbootfahrt auf Europas größtem unterirdischen See.
(Führungsdauer ca 45min).